Lesung Kastanienhof Niederjosbach
Zum Jahresbeginn lesen Stefan Katgeli und ich " Gemeinsam gegen Einsam : Haltestelle Zukunft" am 17.1. 2025 mit vielen illustren Gästen


Foto: Esther Fuchs
Sonja von Saldern präsentiert neuen Roman Im Kastanienhof lasen von Saldern und ihr Verleger aus dem neu erschienenen Folgeroman vor.
Einladend wirkt der Nebenraum des Kastanienhofs: Gedämpftes Licht, warme Holztöne und hessische Spezialitäten schaffen eine Atmosphäre, die ideal zum literarischen Abend passt. Autorin Sonja von Saldern feiert die Veröffentlichung ihres zweiten Romans „Gemeinsam gegen einsam: Haltestelle, Zukunft“.
Mit Verleger Stefan Katgeli vom Tuschel Verlag hat sie Leser, Freunde und Literaturliebhaber zur Buchvorstellung eingeladen. „Ich freue mich, diesen besonderen Moment mit Euch zu teilen“, sagt von Saldern. Der Roman liege ihr am Herzen, „denn er zeigt, dass das Leben voller Überraschungen bleibt. In jedem Alter.“ Ihr Folgeroman, knüpft an „Gemeinsam gegen einsam“ an. Im Mittelpunkt stehen die Senioren Gunther Wagner und Siegfried Holländer. Trotz ihrer Diagnosen – Gunther lebt mit Parkinson, Siegfried mit Alzheimer – stürzen sie sich gemeinsam mit Dorotha Nowak in ein neues Abenteuer: den Bau der Seniorenresidenz „Tannhäuschen“ in Estland. Die Geschichte ist so ungewöhnlich wie ihre Charaktere: Dorotha Nowak, Geschäftsführerin eines Erotikclubs und frischgebackene Erbin eines Grundstücks, will den Alterswohnsitz errichten. Gunther hat die Idee, ausrangierte Eisenbahnwaggons in Wohnungen umzubauen, und treibt das Projekt voran. „Ich wollte zeigen, dass Alter und Krankheit kein Hindernis sind, Visionen zu haben“, erklärt die Autorin. Ein kleiner Auszug lässt die Gäste schmunzeln: „Was willst du denn mit dem Hackenporsche bei der Weinverkostung? Wir haben doch genug Wein im Keller!“, stichelt Gunther, während Siegfried sich im Flur die Haare kämmt.“ Von Saldern hat den „Hackenporsche“ mitgebracht, einen Einkaufstrolley zum Ziehen mit allem Schnickschnack. Verleger Katgeli liest weiter: „Mit stechend blauen Augen blickt er (Siegfried) in den Spiegel und antwortet trocken: „Du willst doch auch Eindruck machen, oder?“ Von Saldern erklärt, sie habe sich beim Schreiben in die Gedanken des männlichen Geschlechts reinversetzen wollen. Das, wie sie sagt, „TabuThema Krankheiten“ wollte sie herausstellen. Sprache ziehe sich wie ein roter Faden durch ihr Leben, erklärt die Autorin. Von Saldern, die aus der Nähe von Ulm stammt, hat Literaturwissenschaften studiert, arbeitete fast 20 Jahre bei einer Zeitung und war Regieassistentin. Kurzgeschichten seien ihr Faible, aber nach einer Lesung in der Eppsteiner Weinpresse nahm die Idee für einen Roman Form an. Regionale Bezüge ziehen sich durch die Geschichte. Die Herren leben in Oberursel, in Eppstein kaufen sie Wein in der Weinpresse. Ein Stück Zuhause liefern auch die fiktiven Charaktere eines Mundschenks und einer Burgschauspielerin. Einen dritten Roman plane sie momentan nicht, so die Autorin. Die Kurzgeschichten sollen erstmal wieder vorne anstehen. Die Gäste reden und tauschen ihre Gedanken aus. „Gemeinsam gegen einsam: Haltestelle, Zukunft“ zeigt einmal mehr: Literatur kann berühren, ermutigen und zum Lächeln bringen. Das Buch kostet 12 Euro und kann über die ISBN-Nummer 9783911390118 bezogen werden. esther fuchs 18.02.25, 08:30