Sonja Von Saldern, Autorin und Museumspädagogin, im goldenen Kostüm mit Rosen am Hut
Porträt Ulrich Häfner

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Museums-Pädagogik

Märchenführungen, Workshops und die Kooperation zum Märchentag gestalte ich im Rahmen meiner Arbeit für die Stadt Eppstein. Im Vordergrund steht der pädagogische Auftrag, Kindern Geschichte mit Geschichten näherzubringen. Lernen, ohne das Gefühl zu haben, etwas lernen zu müssen ist mir hier ein Anliegen.

Die Märchenführungen im Besonderen erinnern mich an den Geschmack von Honig. Märchen Können den Geschmack auf das süße Leben wecken – Mut und Neugierde wecken, um auch schwierige Situationen zu meistern!

Veranstaltungen

2026

Märchenführung: " Böse Riesen bedrohen die Burg" am 7 und 8 April 2026

Gesellschaftsleben 15.04.2026 Vom tapferen Schneiderlein und mutigen Rittern

Jubelnde Kinder bei der Märchenführung. Sonja von Saldern (Mitte hinten) hatte auch einen selbst gebastelten Riesen dabei. Foto: Sabrina Reulecke

Nach Ostern bot das Burgmuseum als Ferienaktion zwei Märchenführungen für Kinder an. Ausgearbeitet hatte die Führungen Sonja von Saldern, die als Märchenfee schon bei früheren Führungen Märchen zusammen mit Kindern völlig neu interpretiert hat.
Zu einer der beiden Führungen hatte sich die Ferienbetreuung der Burgschule angekündigt. Auf dem Programm standen dieses Mal gleich drei Märchen – alle zum Thema „Riesen“. In einem fantasievollen grünen Gewand mit einem aufwendig geschmückten Hut erwartete von Saldern die Teilnehmer um 10 Uhr am Burgtor.
In der Kemenate trug sie „Das tapfere Schneiderlein“ der Brüder Grimm vor. Dabei hatte sie zahlreiche Requisiten dabei, wie den aus dem Märchen berühmten Ledergürtel mit der Aufschrift „7 auf einen Streich“. Ein Kind durfte schließlich – wie im Märchen – mit einer Fliegenklatsche auf ein Brot hauen. Informiert wurde nebenbei auch über den Beruf eines Schneiders. Von Saldern erzählte auch über Bügeleisen der früheren Zeit und empfahl den Besuch der Änderungsschneiderei in der Burgstraße, weil es dort im Fenster noch ein altes Bügeleisen zu bewundern gebe.
Zur weiteren Einstimmung auf das Thema Riesen animierte die Mitarbeiterin des Burgmuseums die Kinder dazu, einmal wie ein Riese zu schnarchen. Weiter ging es danach in die Räume des Burgmuseums, wo von Saldern das norwegische Märchen „Der Riese ohne Herz“ vorlas. Auch hier arbeitete sie mit zahlreichen anschaulichen Requisiten. So hing an der Galerie ein selbst gebastelter, großer Riesenfuß. Alle Kinder bekamen am Ende Herzen aus buntem Papier, die sie in ein großes, rotes Herz stecken durften. Mit den unterschiedlichen Farben erklärte die Märchenfee, die Farbe Rot für die Liebe und die Farbe Grau oder Schwarz für traurige Tage, die aber auch wieder vergehen würden.
Beim Märchenspiel im Palas durften die Kinder aktiv mithelfen: Einige Kinder spielten die spannende Fesselszene um den Riesen aus der Sage um „Ritter Eppo“ unter Anleitung der Museumsmitarbeiterin nach – und mit genauso großem Eifer die Befreiung der Jungfrau Berta von Bremthal. Das brachte nicht nur die Kleinen zum Lachen, sondern führte auch bei den Erwachsenen zu großer Heiterkeit. Im Anschluss frühstückte die Gruppe noch in der Kemenate und machte sich danach unter Aufsicht ihrer Betreuer an die Erkundung der Burg. sr

ostern 2026 1

Die „bösen Riesen“ waren überall bei den Märchenführungen auf Burg Eppstein. Im Museum trieb ein Riese ohne Herz sein Unwesen, in der Kemenate besiegte das “ Tapfere Schneiderlien“ gleich 5 Riesen und am Kräutergarten befreite Eppo Bertha aus Bremthal aus der Gefangenschaft eines Riesen. Es war mörchenhaft, den Kindern, Eltern und Großelten Geschichten schenken zu dürfen.

2025 Neue Gespenster führung: Jack with the Lantern

In meiner NEUEN Gespensterführung geht es um Jack, einem Schmied aus Irland, der mit einer Laterne umhergeistert und warum wir überhaupt Halloween feiern. Auch der Graf Gottfried von Eppstein ist dabei und dessen Frau Albine, die ihm als Geist erscheint. Wem gelingt es, die Knopfgespenster zu fangen, die am liebsten Knöpfe essen? Den Kindern auf der Burg ist es sogar gelungen, die Knopfgespenster zu füttern. Ein gruselige schöne Gespensterführung.

Neben den von mir interpretierten Märchen wurden den Kinder auch erklärt, was Ritter Gottfried gearbeitet hat, dass ein Schmied mehr gemacht hat als nur Hufeisen und das der Knopfmacher früher ein Handwerkerberuf war wie Bäcker oder Schuster.

07. August 2025, Höchster Kreisblatt – Main-Taunus-Kreis / Main-Taunus

Tor in eine andere Welt: Märchen erzählerin Sonja von Saldern begeistert Kinder

Sonja Von Saldern, Autorin und Museumspädagogin
Filzbienen und Spielfiguren entdeckt die fünfjährige Karla, als sie das kleine Türchen der Holzkiste öffnet. © Esther Fuchs (2)

Eppstein – Vorsichtig hebt Klara (5) den kleinen Riegel an. Das hölzerne Kästchen gibt einen leisen Laut von sich, als sich der Deckel öffnet – und plötzlich scheint es, als würde ein leiser Zauber über die Wiese am Ritterlager von Burg Eppstein wehen. Im Inneren des Kästchens liegen winzige Bienen aus Filz, sorgfältig hergestellt in Schwarz und Gelb, daneben kleine Spielfiguren: ein Imker in weißer Montur mit Schleier, Honigtöpfe. Es ist, als hätte Klara nicht nur ein Kästchen, sondern ein Tor in eine andere Welt geöffnet. 

Die Märchenerzählung in den Sommerferien entführt diesmal in die Welt der Bienen.Sonja von Saldern, die diese Tür aufstößt, trägt ein grünes Samtkleid und über dem Kopf den weißen Schleier des Imkerhuts. 

Als Märchenerzählerin, Schriftstellerin und Pädagogin versteht sie es meisterhaft, Kinder mit Fantasie und Wissen gleichermaßen zu begeistern. 

Die Ferienführung auf Burg Eppstein, organisiert vom Burgmuseum, trägt den Titel „Süße Bienen machen mehr als Honig“.

Von Saldern nimmt Kinder bis zwölf Jahren mit auf eine märchenhafte Reise.

„Wisst ihr eigentlich, was ein Imker ist und kennt ihr Bienen?“, fragt sie die Runde. Ein Junge erklärt: „Ein Imker ist jemand, der Bienen hat und aus den Waben Honig schleudert. Mit einer Maschine.“

Das stimmt. Dass Bienen tanzen können, soll später erklärt werden. „Mit einem Schwänzeltanz zeigen sie, wo es besonders viele Blumen gibt“, weiß die Pädagogin. Während sie spricht, wandern die Blicke über das Burggelände, ein perfekter Ort, um die Bedeutung und das Leben der Bienen näherzubringen. An mehreren Stationen lernen die jungen Teilnehmer, wie ein Bienenvolk funktioniert: Wer sind die Arbeiterinnen, die Drohnen, die Königin? Was genau macht ein Imker? Wieso tragen Imker weiße Kleidung? Von Saldern berichtet, dass die Menschen im Mittelalter keine modernen Bienenkästen hatten. „Da holten sie ganze, hohle Baumstämme aus dem Wald – mit Bienenvölkern darin. Man nannte das Zeidlerei.“ Sie erklärt, dass es in der Nähe des heutigen Ritterlagers auf der Burg Eppstein Bienenstöcke gab.

Honig war wertvoll, nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Konservierungs- und Heilmittel. Bienenwachs wurde für Kerzen gebraucht, die damals kostbare Lichtquelle waren.

Auch Monika Rohde-Reith, Stadtarchivarin und Leiterin des Burgmuseums, begleitet die Führung. Sie weiß, dass die Herren von Eppstein auf der Burg eine Art Selbstversorgung betrieben. Neben Kräutergärten, Stallungen und der Kelterei war auch die Bienenhaltung Teil des Wirtschaftslebens. Zwischen all den Informationen verwebt Sonja von Saldern ihre Märchen, fein und süß wie Honig.

Da ist beispielsweise die „Bienenkönigin“ aus der Sammlung der Brüder Grimm: Zwei Königssöhne versagen bei einer Aufgabe, erst der dritte kann gutherzig und mithilfe der Tiere das Schloss retten. Die Kinder lauschen aufmerksam. Im Kopf die Bilder der erzählten Geschichten.

Sonja von Saldern spricht über Waben, wie sie aufgebaut sind, über den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bienen. „Nur die Weibchen haben einen Stachel– die Drohnen, also die Männchen, sind größer, aber wehrlos.“ Auch, dass die Männchen nur ein paar Wochen leben, ist zu erfahren. Imker tragen übrigens weiß, weil Bienen nicht auf diese Farbe „fliegen“.

Am Ende dürfen die Kinder ein Bastelset mit nach Hause nehmen. Daraus können sie eine Bienentränke bauen: Ein Andenken an den Vormittag voller Wissen, Staunen und Geschichten.

Informationen zum Programm auf Burg Eppstein und den Führungen gibt es

online unter www.eppstein.de.

ESTHER FUCHS

Sonja von Saldern

Ahornstraße 3

65527 Niedernhausen

E-Mail:

olaf@friedeck.de

svsaldern@gmail.com