Veranstaltungen
Museums-Pädagogik
Märchenführungen, Workshops und die Kooperation zum Märchentag gestalte ich im Rahmen meiner Arbeit für die Stadt Eppstein. Im Vordergrund steht der pädagogische Auftrag, Kindern Geschichte mit Geschichten näherzubringen. Lernen, ohne das Gefühl zu haben, etwas lernen zu müssen ist mir hier ein Anliegen.
Die Märchenführungen im Besonderen erinnern mich an den Geschmack von Honig. Märchen Können den Geschmack auf das süße Leben wecken – Mut und Neugierde wecken, um auch schwierige Situationen zu meistern!
Veranstaltungen
2026
Die nächste Märchenführung auf Burg Eppstein zum Thema "Riesen" findet in den Osterferien am 7 und 8. April 2026 statt. Nähere Infos folgen
2025 Neue Gespenster führung: Jack with the Lantern
In meiner NEUEN Gespensterführung geht es um Jack, einem Schmied aus Irland, der mit einer Laterne umhergeistert und warum wir überhaupt Halloween feiern. Auch der Graf Gottfried von Eppstein ist dabei und dessen Frau Albine, die ihm als Geist erscheint. Wem gelingt es, die Knopfgespenster zu fangen, die am liebsten Knöpfe essen? Den Kindern auf der Burg ist es sogar gelungen, die Knopfgespenster zu füttern. Ein gruselige schöne Gespensterführung.
Neben den von mir interpretierten Märchen wurden den Kinder auch erklärt, was Ritter Gottfried gearbeitet hat, dass ein Schmied mehr gemacht hat als nur Hufeisen und das der Knopfmacher früher ein Handwerkerberuf war wie Bäcker oder Schuster.
07. August 2025, Höchster Kreisblatt – Main-Taunus-Kreis / Main-Taunus
Tor in eine andere Welt: Märchen erzählerin Sonja von Saldern begeistert Kinder
Eppstein – Vorsichtig hebt Klara (5) den kleinen Riegel an. Das hölzerne Kästchen gibt einen leisen Laut von sich, als sich der Deckel öffnet – und plötzlich scheint es, als würde ein leiser Zauber über die Wiese am Ritterlager von Burg Eppstein wehen. Im Inneren des Kästchens liegen winzige Bienen aus Filz, sorgfältig hergestellt in Schwarz und Gelb, daneben kleine Spielfiguren: ein Imker in weißer Montur mit Schleier, Honigtöpfe. Es ist, als hätte Klara nicht nur ein Kästchen, sondern ein Tor in eine andere Welt geöffnet.
Die Märchenerzählung in den Sommerferien entführt diesmal in die Welt der Bienen.Sonja von Saldern, die diese Tür aufstößt, trägt ein grünes Samtkleid und über dem Kopf den weißen Schleier des Imkerhuts.
Als Märchenerzählerin, Schriftstellerin und Pädagogin versteht sie es meisterhaft, Kinder mit Fantasie und Wissen gleichermaßen zu begeistern.
Die Ferienführung auf Burg Eppstein, organisiert vom Burgmuseum, trägt den Titel „Süße Bienen machen mehr als Honig“.
Von Saldern nimmt Kinder bis zwölf Jahren mit auf eine märchenhafte Reise.
„Wisst ihr eigentlich, was ein Imker ist und kennt ihr Bienen?“, fragt sie die Runde. Ein Junge erklärt: „Ein Imker ist jemand, der Bienen hat und aus den Waben Honig schleudert. Mit einer Maschine.“
Das stimmt. Dass Bienen tanzen können, soll später erklärt werden. „Mit einem Schwänzeltanz zeigen sie, wo es besonders viele Blumen gibt“, weiß die Pädagogin. Während sie spricht, wandern die Blicke über das Burggelände, ein perfekter Ort, um die Bedeutung und das Leben der Bienen näherzubringen. An mehreren Stationen lernen die jungen Teilnehmer, wie ein Bienenvolk funktioniert: Wer sind die Arbeiterinnen, die Drohnen, die Königin? Was genau macht ein Imker? Wieso tragen Imker weiße Kleidung? Von Saldern berichtet, dass die Menschen im Mittelalter keine modernen Bienenkästen hatten. „Da holten sie ganze, hohle Baumstämme aus dem Wald – mit Bienenvölkern darin. Man nannte das Zeidlerei.“ Sie erklärt, dass es in der Nähe des heutigen Ritterlagers auf der Burg Eppstein Bienenstöcke gab.
Honig war wertvoll, nicht nur als Süßungsmittel, sondern auch als Konservierungs- und Heilmittel. Bienenwachs wurde für Kerzen gebraucht, die damals kostbare Lichtquelle waren.
Auch Monika Rohde-Reith, Stadtarchivarin und Leiterin des Burgmuseums, begleitet die Führung. Sie weiß, dass die Herren von Eppstein auf der Burg eine Art Selbstversorgung betrieben. Neben Kräutergärten, Stallungen und der Kelterei war auch die Bienenhaltung Teil des Wirtschaftslebens. Zwischen all den Informationen verwebt Sonja von Saldern ihre Märchen, fein und süß wie Honig.
Da ist beispielsweise die „Bienenkönigin“ aus der Sammlung der Brüder Grimm: Zwei Königssöhne versagen bei einer Aufgabe, erst der dritte kann gutherzig und mithilfe der Tiere das Schloss retten. Die Kinder lauschen aufmerksam. Im Kopf die Bilder der erzählten Geschichten.
Sonja von Saldern spricht über Waben, wie sie aufgebaut sind, über den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Bienen. „Nur die Weibchen haben einen Stachel– die Drohnen, also die Männchen, sind größer, aber wehrlos.“ Auch, dass die Männchen nur ein paar Wochen leben, ist zu erfahren. Imker tragen übrigens weiß, weil Bienen nicht auf diese Farbe „fliegen“.
Am Ende dürfen die Kinder ein Bastelset mit nach Hause nehmen. Daraus können sie eine Bienentränke bauen: Ein Andenken an den Vormittag voller Wissen, Staunen und Geschichten.
Informationen zum Programm auf Burg Eppstein und den Führungen gibt es
online unter www.eppstein.de.
ESTHER FUCHS
